Solvenztest PKST ®

Der Swiss Solvency Test zur standardisierten Solvenzmessung

Bei Pensionskassen besteht aufgrund des BVG-Obligatoriums eine zwingende Anbindung an den Arbeitgeber und dadurch werden die Gewinne und Verluste zu 100% von der Risiko­gemeinschaft der Vorsorgeeinrichtung getragen. Demgegenüber besteht bei den Versicherungsgesellschaften kein Vertragszwang und es besteht weiter eine komplizierte und vergleichsweise wenig transparente Überschussverteilung zwischen Aktionär und Ver­sicherungsnehmer. Mit den Solvenzvorschriften in VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz) und AVO (Aufsichtsverordnung) stellt der Gesetzgeber klar, dass jederzeit eine Liquidation der Gesellschaft möglich sein muss. Daher besteht ein gewisses Interesse an einer einheitlichen Liquidations- oder eben Solvenzbetrachtung. Dieses Interesse hat letztlich zum Swiss Solvency Test (SST) für alle Versicherungsgesellschaften geführt, der es dem Regulator FINMA erlaubt, die Solvenzmessung zu standardisieren und somit Vergleiche zwischen verschiedenen Versicherungsgesellschaften ermöglicht.

Ein Solvenztest für Pensionskassen

In der Folge wurde verschiedentlich die Frage gestellt, ob für die Vorsorgeeinrichtungen in der Schweiz durch das BSV oder die Oberaufsichtskommission ebenfalls ein Solvenztest vorgeschrieben werden sollte. Eine analoge Diskussion wird auch in der EU in Bezug auf Solvency II geführt.

Der Solvenztest PKST ®

Die Kammer hat mittels zweier Arbeitsgruppen den Solvenztest PKST ® entwickelt. Der PKST ® ist gedacht als präventive und komplementäre Kontrollfunktion für die technische Bewertung, stellt somit eine zusätzliche Betrachtungsperspektive mit ergänzenden Informationen dar. Der Solvenztest PKST ® gibt Antwort auf die Frage, ob die Vorsorgeeinrichtung mit genügender Sicherheit in den kommenden 12 Monaten zu "marktnahen" Konditionen liquidiert werden kann. Somit besteht eine klare Trennung zwischen technischer Bewertung (langfristig) und Solvenzbewertung.

Der von der Kammer entwickelte Solvenztest PKST ® ist mathematisch befriedigend, skalierbar (mit frei wählbarem Sicherheitsniveau), basiert auf stochastischen Modellen und kann dennoch mit moderatem Aufwand abgebildet werden und ist somit "expertentauglich".

Die Kammer sowie der ASIP vertreten die Meinung, dass der Solvenztest PKST ® die heutige technische Bewertung nicht ersetzen soll, sondern freiwillig sein und eine präventive und komplementäre Kontrollfunktion für die technische Bewertung einnehmen kann. Somit sollen nach wie vor alle Massnahmen aus der technischen Bewertung abgeleitet werden. Die Solvenzbewertung soll konzeptionell und in den Grundprinzipien auch methodisch über alle Kassen einheitlich sein und als Vergleichsbasis für die individuell ausgerichtete technische Bewertung dienen. Starke Abweichungen zur technischen Bewertung sollen im Führungsgremium thematisiert und mit dem Experten diskutiert werden.

Für die Experten steht ein Excel-Tool und eine Wegleitung zur Verfügung, welche auf der SKPE-Homepage bestellt werden können. Für das Excel-Tool muss ein Lizenzvertrag ausgefüllt werden, es wird periodisch nachgeführt. In der Regel wird das Tool nur an Mitglieder der SKPE abgegeben.

Mitglieder Arbeitsgruppe Risiko-Monitoring

Leitung

  • Roger Baumann

Teilnehmer

  • Christoph Ryter
  • Cédric Regad
  • Martin Siegrist
  • Christophe Steiger

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